Sehenswürdigkeiten

Nyhavn

Das Postkartenmotiv – aber trotzdem ein Muss.

Die bunten Häuser am alten Hafen sind das wohl bekannteste Motiv Kopenhagens.

Nyhavn war früher ein raues Hafenviertel voller Seeleute, Kneipen und Vergnügungslokale. Heute liegen historische Holzschiffe im Kanal, während sich Restaurants und Cafés gefühlt endlos aneinanderreihen.

Und hier begegnet uns einer der berühmtesten Dänen überhaupt:

Hans Christian Andersen wohnte gleich in drei Häusern am Nyhavn – Nr. 20, 67 und 18. Unter anderem entstanden hier Geschichten wie „Das Feuerzeug“ und „Die Prinzessin auf der Erbse“. 

Mein Tipp: Morgens vor 9:00 Uhr! Dann gehört Nyhavn fast noch den Einheimischen und Fotografen. Ab Mittag wird es erheblich voller.

Kopenhagen sollten Sie einmal vom Wasser gesehen haben.

Eine Kanalrundfahrt gehört für Erstbesucher tatsächlich ins Programm. Vom Wasser erkennen Sie besonders gut, wie eng historische Stadt, Hafen und moderne Architektur miteinander verbunden sind. Die klassische Stromma-Tour dauert rund eine Stunde und kostet bei frühzeitiger Online-Buchung bereits ab 18 € p.P. 

Mein Tipp: Nicht zwingend in Nyhavn einsteigen. Ved Stranden gegenüber Christiansborg ist ein ebenfalls sehr zentraler Ausgangspunkt.

Noch schöner für Wiederholer: kleinere Elektroboote mit Live-Guide. Strommas „Hygge“-Tour dauert etwa 70 Minuten und startet aktuell ab 35€.  

Etwas ganz Besonderes: Im Sommer gibt es sogar Kanalrundfahrten mit Live-Oper. Und im Dezember? Die schwimmende Lichtermeer der Lucia-Parade gehört zu den außergewöhnlicheren Kopenhagen-Erlebnissen.

Königliches Kopenhagen

Schloss Amalienborg

Amalienborg ist die Residenz der dänischen Königsfamilie und besteht aus vier nahezu identischen Palais, die einen achteckigen Platz umgeben.

Das Besondere: Anders als bei vielen Königsschlössern stehen Sie hier praktisch mitten im königlichen Alltag.

Jeden Tag marschiert die Königliche Leibgarde von Rosenborg durch die Innenstadt nach Amalienborg zur Wachablösung.

Beginn in Rosenborg: etwa 11:30 Uhr
Wachwechsel Amalienborg: 12:00 Uhr

Mein Tipp: Nicht erst um 12 Uhr kommen. Gegen 11:40–11:45 Uhr einen guten Platz suchen.

Eintritt Amalienborg Museum derzeit ca. 16 €, unter 18 Jahren frei. 

Hier liegen die Kronjuwelen.

Rosenborg wurde im frühen 17. Jahrhundert von Christian IV. als Lustschloss errichtet. Im Inneren warten rund 400 Jahre königliche Geschichte – darunter Krönungsthrone, drei lebensgroße Silberlöwen und vor allem die dänischen Kronjuwelen und Reichsinsignien in den Schatzkammern.

Eintritt: ca. 17 € online / 20 € an der Kasse.

Ein kurioses Detail: Der Königsthron besteht aus Narwalzahn – damals hielt man das Material teilweise tatsächlich für das Horn des sagenhaften Einhorns.

Unbedingt beachten: Rosenborg arbeitet mit Zeitfenstern im 10-Minuten-Takt. In der Hochsaison können diese ausverkauft sein. Deshalb unbedingt vorab reservieren! 

Mein Tipp: Rosenborg am Vormittag besuchen und anschließend durch den direkt angrenzenden Kongens Have – Königsgarten spazieren.

Christiansborg

Dänemarks Machtzentrum.

Christiansborg ist besonders spannend, weil hier Vergangenheit und Gegenwart zusammentreffen. Auf dem Schlossareal befinden sich unter anderem Räume der Monarchie und das dänische Parlament.

Mein besonderer Tipp liegt jedoch ganz oben:

Christiansborg-Turm

Mit 106 Metern ist er der höchste Turm Kopenhagens – und das Beste: der Eintritt ist kostenlos! Ein Aufzug führt hinauf zur Aussichtsplattform. Bei gutem Wetter haben Sie einen wunderbaren Blick über Dächer, Kirchtürme und Hafen. 

Mein Tipp: Am späten Nachmittag kommen.

Einer meiner Favoriten.

Der fast 400 Jahre alte astronomische Turm besitzt keine gewöhnliche Treppe: Eine breite Spiralrampe windet sich 7,5 Mal um den Kern des Turmes. Sogar ein Auto ist bereits hinaufgefahren.

Oben wartet ein wunderbarer 360-Grad-Blick über die Altstadt.

Und noch ein Side-Fact: Im Turm befindet sich das älteste noch funktionierende Observatoriumsgebäude Europas. Im Winter können Sie an ausgewählten Abenden sogar durch das Teleskop schauen.

Eintritt: ca. 8€.

Mein Tipp: Wenn Christiansborg kostenlos ist – warum trotzdem Rundetårn?Weil das Erlebnis völlig anders ist. Hier stehen Sie mitten zwischen den Dächern der historischen Altstadt.

Tivoli

Viel mehr als ein Freizeitpark.

Tivoli wurde bereits 1843 eröffnet und ist damit der zweitälteste und einer der traditionsreichsten Vergnügungsparks der Welt.

Achterbahnen gehören dazu – aber Tivoli lebt mindestens genauso sehr von Gärten, Gastronomie, Konzerten und Atmosphäre.

Mein Tipp: Nicht morgens – sondern am späten Nachmittag hinein und bis nach Einbruch der Dunkelheit bleiben. Erst dann entfaltet Tivoli seinen besonderen Zauber. Eintritt: ab 24€ p.P. Fahrgeschäfte sind im reinen Eintritt nicht enthalten. 

Besonders schön an Sommerabende, Halloween und in der Weihnachtszeit!

Wer Ende November oder im Dezember nach Kopenhagen fährt, sollte Tivoli abends fest einplanen.

Kopenhagens berühmteste Einkaufsstraße.

Strøget ist rund 1,1 Kilometer lang und zählt zu den längsten Fußgängerzonen Europas.

Entlang der Strecke finden Sie internationale Marken, dänisches Design und kleine Geschäfte.

Mein Tipp: Nicht nur geradeaus laufen! Gerade in den kleinen Seitenstraßen rund um Strøget finden Sie besonders schöne Cafés, individuelle Geschäfte und deutlich mehr Kopenhagener Atmosphäre.

Die Kleine Meerjungfrau

Klein ist hier wörtlich gemeint.

Sie gehört zu Kopenhagen – aber bitte keine monumentale Statue erwarten.

Die Kleine Meerjungfrau ist vielmehr ein kurzer Fotostopp und lässt sich ideal mit einem Spaziergang durch die sternförmige Festungsanlage Kastellet verbinden.

Mein Tipp: Früh morgens kommen oder im Rahmen einer Fahrradtour besuchen. Mittags stehen hier häufig Reisegruppen und Kreuzfahrtgäste.

Ein bisschen Amsterdam auf Dänisch.

Kanäle, Hausboote, kleine Cafés, alte Speicher und Kopfsteinpflaster – Christianshavn gehört für mich unbedingt zu einem Kopenhagen-Besuch.

Hier steht auch die „Vor Frelsers Kirke – Erlöserkirche“. Der berühmte spiralförmige Turm ist 86 Meter hoch. Eine Besonderheit: 150 Stufen verlaufen außen um die Turmspitze. Das ist spektakulär, aber definitiv nichts für Menschen mit ausgeprägter Höhenangst. Insgesamt kommen jährlich mehr als 200.000 Besucher hinauf. 

Mein Tipp: Bei gutem Wetter unbedingt reservieren und möglichst morgens hinauf.

Freistadt Christiania

Sehenswert – aber bitte mit Respekt.

Christiania entstand 1971 auf einem ehemaligen Militärgelände und entwickelte sich zu einer alternativen, selbstverwalteten Gemeinschaft. Street Art, Werkstätten, alternative Wohnformen, Musik, Natur und politische Geschichte machen das Viertel interessant.

Aber: Christiania ist kein Freilichtmuseum. Hier leben Menschen.

Die Privatsphäre der Bewohner ist zu respektieren und Fotografierverbote dort einzuhalten, wo sie ausgeschildert sind. 

Mein Tipp: Christiania nicht nur „abhaken“. Durchlaufen, Street Art
anschauen und anschließend weiter durch das ruhigere Christianshavn bummeln.

Wer Kopenhagen wirklich verstehen möchte, sollte zumindest einmal aufs Fahrrad steigen. Hier fahren Geschäftsleute im Anzug, Eltern mit Kindern im Lastenrad und Studenten nebeneinander durch die Stadt. Das Fahrrad gehört zum Lebensgefühl.

Unsere Empfehlung:

Geführte Fahrradtour für Einsteiger:

  •  Schloss Rosenborg
  • die kleine Meerjungfrau
  • Amalienborg
  • Nyhavn
  • Christianshavn 
  • Christiania 

Mein Tipp: deutschsprachige Fahrradtouren. Bei GetYourGuide finden sich dreistündige Touren aktuell ab 49 € p.P.

Unser Tipp: Wer ungeübt ist, sollte die Rushhour zwischen 7-9 Uhr und 15-17 Uhr meiden. Dann wird es auf den Radwegen tatsächlich voll. Und bitte nicht gemütlich nebeneinander bummeln! Kopenhagener benutzen ihre Radwege so ernsthaft wie wir unsere Straßen. 

Für Fortgeschrittene: Der Harbour Circle ist eine rund 13 Kilometer lange Radroute rund um den Hafen – von bekannten Sehenswürdigkeiten bis in ruhigere Ecken von Christianshavn und Sydhavn.