
Sehenswürdigkeiten


Guggenheim Museum
Es ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst am Ufer des Nervión in Bilbao. Schon das spektakuläre Gebäude von Frank Gehry ist absolut sehenswert und bislang das schönste, was ich an Museen gesehen habe. Seit seiner Eröffnung 1997 gilt es als einer der bedeutendsten Bauwerke der Gegenwartsarchitektur und wird oft als Paradebeispiel für ein kulturelles Großprojekt genannt, um eine ehemalige Industriestadt international neu zu positionieren. Der städtische Wandel wird auch als „Bilbao Effekt“ bezeichnet.
Der Schwerpunkt liegt auf moderne und zeitgenössische Kunst von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute. Empfangen wird man bereits vor dem Gebäude durch „Puppy“, einer über 12m hohen Hundefigur, die von Kopf bis Fuß mit Blumen bestückt ist. Im Innern findet man neben Gemälde, Skulpturen, Installationen und Videokunst immer wieder Sonderausstellungen.
Von Dienstag – Sonntag ist es jeden Tag von 10-19 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis liegt bei ca. 20,- Euro p.P. (Ermäßigung für Senioren, Kinder und Studenten). Besichtigt das Museum in Eurem eigenen Tempo. Dies geht am besten mit einem Audioguide (übers eigene Smartphone: Kopfhörer mitbringen), der mit im Preis inkludiert ist.
TIPP: Kaufen Sie sich online zeitgebundene Tickets, um lange Warteschlangen zu vermeiden (Hauptstoßzeit 11-13 Uhr)!
TIPP: Das Restaurant im Guggenheim Museum „Nerua Guggenheim Bilbao“ ist eine besonders schöne Kombination aus Kunst, Architektur und moderner baskischer Küche (Michelin-prämiert).
Eine richtig schöne Altstadt
Das Casco Viejo mit seinen „Siete Calles“ (sieben historische Gassen) ist ideal zum Bummeln. Kleine Geschäfte, Plätze, Bars und Restaurants liegen hier dicht beieinander. Die Altstadt ist wirklich wunderbar authentisch. Verpassen Sie nicht, in einen der kleinen Restaurants herrschaftlich zu Mittag zu essen – und das zu kleinen Preisen!
Auch die große traditionelle Markthalle Mercado de la Ribera direkt am Fluß ist einen Besuch wert. Es ist Europas größter überdachter Markt und besteht schon fast 100 Jahre.
TIPP: Wer der spanischen Sprache mächtig ist, kann täglich an einer kostenlosen Stadtführung teilnehmen. Um 11 Uhr geht es an der Plaza Arraga los und man kann am Ende der 2 stündigen Tour dem Guide ein freiwilliges Trinkgeld geben.






Pintxos statt Tapas
Für mich eines der stärksten Argumente für Bilbao: die baskische Küche.
Pintxos (ausgesprochen: Pintschos) sind kleine, kunstvoll angerichtete Häppchen, die man in Bars auf der Theke findet. Die Kosten liegen bei ca. 2-5,- Euro pro Stück.
In den Pintxos -Bars (wie viele es genau gibt, kann keiner sagen) zieht man von Lokal zu Lokal und probiert diese kleinen Kunstwerke. Es ist kein klassischer Restaurantbesuch, sondern gehört zum Teil des Stadterlebnisses dazu. Nehmen Sie nicht von der günstigsten Sorte möglichst viele, sondern probieren Sie lieber 3-4 verschiedene Pintxos. Das macht den Reiz aus.
TIPP: Buchen Sie sich eine Foodtour mit Pintxos und Getränken mit einem Einheimischen (z.B. über Getyourguide ab ca 89,- Euro). Besser kann man Bilbao nicht kennenlernen!
Mit der Funicular hoch hinaus
Den besten Ausblick über Bilbao hat man vom Aussichtspunkt Mirador del Monte Artxanda. Zu erreichen ist der Gipfel unkompliziert mit der Zahnradbahn Funicular, die alle 15 Minuten fährt. An den Wochenenden ist der Hausberg tatsächlich auch ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen. Kostenpunkt: 6,- Euro für die Hin- und Rückfahrt.
TIPP: setzt Euch beim Hochfahren in das letzte Abteil. So schaut man schon bei der Auffahrt direkt auf die Stadt.




Kultur kann Bilbao auch
Wer Bilbao besucht, kann seinen Aufenthalt mit einem Besuch des historischen Teatro Arriaga verbinden. Das Programm reicht von Theater und Musicals über klassische Konzerte bis zu Tanz und Flamenco. Wir hatten leider seinerzeit kein Glück, aber es lohnt sich ein Blick in den Spielplan des Theaters. Auch ohne eine Eintrittskarte in der Tasche ist das Teatro Arriaga sehenswert: es ist eines der schönsten historischen Gebäude Bilbaos.
Die fünfte Jahreszeit in Bilbao ist nicht der Stoppelmarkt, aber die „Große Woche“ – Aste Nagusia. Jedes Jahr am Samstag nach dem 15. August verwandelt sich Bilbao rund um die Plaza Nueva in ein großes Fest mit Konzerten, traditionellen baskischen Veranstaltungen, Feuerwerk und ausgelassener Stimmung. Ein besonderes Erlebnis – allerdings ist die Stadt in dieser Zeit auch deutlich lebhafter und voller als üblich.
TIPP: Für alle Modebegeisterten unter uns: das Cristobal Balenciaga Museum liegt auf dem Weg zwischen Bilbao und San Sebastian und ist ein absoluter Geheimtipp!
Das Meer mit der Küste ist nicht weit entfernt
Mit dem E-Bike kann man ganz wunderbar von der Stadt am Flussufer entlang bis an die Küste fahren. Die Route ist komfortabel mit flachen Radwegen ohne nennenswerte Steigungen und dauert ca. 4 Stunden (16km hin und 16 km wieder zurück).
Eines der größten Highlights ist die Überquerung der berühmten Bizkaia-Brücke, einer UNESCO-Welterbestätte. Sie ist die älteste Transporterbrücke der Welt, die heute noch in Betrieb ist.
Im Dorf Getxo angekommen, hat man Bilbaos Goldküste erreicht. Es ist eine elegante Gegend, in der einst reiche Familien und Firmeninhaber ihre schönen Villen am Meer bauten und als Sommerresidenz nutzen. Gönnen Sie sich ein Glas kalten Weißwein an der quirligen Promenade – einfach herrlich!!
TIPP: Nehmen Sie Badesachen mit und lassen sich nach dem Bad im Golf von Biskaya die Sonne auf den Bauch scheinen!






San Sebastian ist mindestens einen Tagesausflug wert
San Sebastian ist ca. 1,5 Stunden mit dem PKW oder per Bus von Bilbao entfernt (ca. 100km) und ist an einer wunderschönen, halbkreisförmigen Strandbucht gelegen, die den Namen „La Concha“ („Die Muschel“) trägt. Die frühere königliche Sommerresidenz hat den Ruf eines „besseren“ Seebades bis heute erhalten. Noch heute lebt die Stadt vom Tourismus, ohne aber ein Ziel des Massentourismus geworden zu sein. San Sebastian ist die Hochburg der Pintxos – das Angebot sucht definitiv seines Gleichen!
Eines des bekanntesten Wahrzeichens der Stadt sind die „Kämme des Windes“. Es sind drei große Stahlskulpturen von Eduardo Chillida, die direkt in Felsen eingelassen wurden, wo die Wellen des Atlantiks auf die Skulpturen treffen. Besondern bei stärkerem Wellengang sehr beeindruckend! Kleiner Funfakt am Rande: In den Tagesnachrichten können wir jeden Tag ein Kunstwerk des Bildhauers sehen: vor dem Bundeskanzleramt in Berlin sind die ineinandergreifenden Stahlskulpturen zu finden.
TIPP: Machen Sie kurz vor den Toren San Sebastians einen Stopp im Apfelwein Museum „Sagardoetxea“ und fahren dann weiter zum „Chillida-Leku-Museum“. Letzteres ist ein Freilichtmuseum mit monumentalen Eisen-Skulpturen des Bildhauers Eduardo Chillida. Eintritt: 14,- Euro